Existiert eine Stromlücke ?

Gibt es ohne den Neubau von Kohlekraftwerken nach dem Abschalten der Atomkraftwerke um das Jahr 2023 eine Energielücke? Die Antwort hängt ganz entscheidend von den in den jeweiligen Szenarien benutzten Parametern ab:

  1. Wie viele Kohlekraftwerke gehen bis 2023 vom Netz? Gerade hierin unterscheiden sich die Szenarien erheblich. Aber nichts spricht dafür, dass die Stromkonzerne alte abgeschriebene Kraftwerke vorzeitig vom Netz nehmen, wenn sie den dort erzeugten Strom noch verkaufen können. Und die wenigsten Kohlkraftwerke müssen bis 2023 aus technischen Gründen vom Netz genommen werden.
    Das Szenario „Energie 2.0“ der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN rechnet für 2020 noch mit 30% Strom aus Kohlekraftwerken – einer durchaus realistischen Größe – ohne neue Genehmigungen für den Bau von Kohlekraftwerken.

  2. Die zweite große Variable, für die in den Energieszenarien sehr unterschiedliche Annahmen getroffen werden, ist das Wachstum des Stromverbrauchs. Während zum Beispiel das Grünbuch der Landesregierung Schleswig-Holstein von einem Wachstum des Stromverbrauchs bis 2020 um 10% ausgeht, rechnen andere Szenarien mit Einsparungen zwischen 10% und bis zu 25%.

(Auszug aus dem Aufsatz von Karl-Martin Hentschel)

Die Frage nach der Stromlücke offenbart die Ängste, die dahinter stehen: Geht das Licht aus, wenn wir nicht das tun, was als notwendig veröffentlicht wird?

Die Diskussion soll zeigen, dass nicht alles, was öffentlich gefordert wird, auch notwendig ist. Man muss auch die hinter den Forderungen stehenden Interessen, insbesondere die gewinnorientierten, mit berücksichtigen.

Grüne Politik will, dass allen gedient wird: Den Menschen, der Wirtschaft und besonders dem Klimaschutz sowie der Ressourcenschonung.

Sind Sie an dem Thema interessiert? Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Download: K-M Hentschel: 100% erneuerbare Energien sind machbar

 
 
 
 
 
 
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